Der Schutz des Wassers vor Verunreinigungen durch persistente, mobile Stoffe ist das Ziel des Projekts Zero pollution of Persistent, Mobile substances (ZeroPM). Ein Konsortium aus 15 Einrichtungen aus dem Hochschul-, Forschungs- und Technologiebereich hat im Oktober 2021 mit den Arbeiten begonnen. Im September 2026 soll das Projekt abgeschlossen sein. 

Persistente mobile Stoffe - kurz PM genannt - und PFAS - eine Gruppe von Industriechemikalien, die Tausende von Stoffen umfasst - werden seit langem in einer Vielzahl von Industrie- und Haushaltsanwendungen eingesetzt. Sie sind nicht nur deshalb besorgniserregend, weil diese Stoffe eine hohe Persistenz und Langlebigkeit aufweisen - sie reichern sich im Meer und im Grundwasser an -, sondern auch, weil sich die Hinweise auf schädliche Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit häufen. Sie können über die Nahrungskette zum Menschen gelangen und lange Zeit im Körper verbleiben. 

 

Ziele des Projekts

  • Besseres Verständnis dafür, wie Risiken und Nutzen von den beteiligten Akteuren wahrgenommen werden, d. h. von der Industrie, den Aufsichtsbehörden und der öffentlichen Wahrnehmung.  
  • Bessere Vorhersage der Bereitschaft für und der Reaktionen auf Veränderungen.
  • Identifizierung von Produkten und Anwendungen, die so wichtig sind, dass wir PM-Chemikalien bei ihrer Herstellung akzeptieren ("wesentliche Verwendung"). 
  • Besseres Verständnis der Auswirkungen von nach psychologischen Richtlinien gestalteten Kennzeichnungen auf die Kaufbereitschaft ... mit dem Ziel, schließlich zu einer "Best-Practice-Kommunikation" zu gelangen, der bestmöglichen Kennzeichnung mit Warnhinweisen. 
  • Die zentrale Aufgabe von Sabine Pahl, Mathew White und der neuen Postdoktorandin Ellise Suffil in diesem Projekt besteht darin, eine umweltpsychologische Perspektive einzubringen und sich mit Risikowahrnehmung, Risikokommunikation und Verhaltensänderung zu beschäftigen.

ZeroPM wird das wegweisende Projekt sein, das es ermöglicht, die Ambitionen der Green-Deal-Strategie der Europäischen Union, die Verschmutzung durch persistente und mobile Stoffe auf Null zu reduzieren, vor Ort in die Tat umzusetzen. ZeroPM wird drei Strategien zum Schutz der Umwelt und der menschlichen Gesundheit vor persistenten, mobilen Stoffen miteinander verknüpfen und Synergien schaffen:

 

Vorbeugen, Prioritäten setzen und Beseitigen

  • Zur Vorbeugen wird ZeroPM wissenschaftliche, politische und marktwirtschaftliche Instrumente für die Substitution und Verminderung von priorisierten persistenten und mobilen Stoffen durch sicherere und nachhaltige Alternativen entwickeln.
  • Um Prioritäten zu setzen, wird ZeroPM die Gruppen persistenter und mobiler Stoffe identifizieren, die am dringendsten behandelt werden müssen, wobei die Aspekte der Nachhaltigkeit bei der Beseitigung berücksichtigt werden.
  • Zur Beseitigung wird ZeroPM Sanierungslösungen im realen Maßstab untersuchen und die Grenzen ihrer Nachhaltigkeit ermitteln.

ZeroPM wird die Strategien "Vorbeugen", "Priorisieren" und "Entfernen" durch einen evidenzbasierten, mehrstufigen Rahmen integrieren. Dieser Rahmen wird politische, technologische und marktwirtschaftliche Anreize zur Minimierung der Verwendung, der Emissionen und der Verschmutzung ganzer Gruppen persistenter und mobiler Stoffe bieten. Durch diesen systemischen Ansatz zur Bekämpfung der chemischen Verschmutzung wird die EU besser in der Lage sein, bedauerliche Substitutionen (Ersatz einer problematischen Chemikalie durch eine andere) und bedauerliche Sanierungen (Investitionen in Sanierungsmaßnahmen, die mehr Schaden anrichten als die Substanz selbst) zu vermeiden.

Methoden

Zu den im Rahmen des Projekts angewandten Methoden gehören eine quantitative Erhebung in Schweden, Deutschland und den Niederlanden, aber auch Interviews und Umfragen mit Experten und Nicht-Experten. In einer Reihe von Experimenten werden verschiedene Kommunikations- und Etikettierungsmethoden untersucht.

 

Finanzierung

ZeroPM wird durch das EU-Forschungsrahmenprogramm "Horizont 2020" im Rahmen des Programms "Societal Challenges" (H2020-EU.3.5. - SOCIETAL CHALLENGES - Climate action, Environment, Resource Efficiency and Raw Materials) finanziert, das die Verpflichtung zu einem Null-Verschmutzungsziel für eine giftfreie Umwelt enthält (https://cordis.europa.eu/programme/id/H2020_LC-GD-8-1-2020/en). Das Forschungsvolumen für ZeroPM beläuft sich auf ca. 11,6 Mio. €, wovon ca. 600.000 € auf die Umweltpsychologie-Gruppe der Universität Wien entfallen.

 

 

Die Zusammenarbeit im Bereich innovativer Kommunikation wird Teil unserer Aufgaben sein, siehe z.B. hier einen von ChemSec, einem der Projektpartner, entwickelten Clip.

 Involvierte Teammitglieder